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Burg von Vieste im Gargano - Ferienhäuser und Appartements in Vieste

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"Orchidee del Gargano"
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im Gargano

DIE BURG 'CASTELLO SVEVO DI VIESTE' IM GARGANO

Burg von Vieste Gargano - Ferienhäuser und Appartements in Vieste

Einführung


Vieste galt dank der exponierten Lage im Nationalpark Gargano immer als ein strategisch wichtiger Ort als Angriffs- oder Verteidigungspunkt vom Gargano aus und behielt auch bis 1846 den Titel als Exerzierplatz. Alle Gouverneure des südlichen Königreiches von Italien, von den Normannen bis zu den Bourbonen, schätzen das Städtchen mit guter Lage in der Adria sehr und sorgten stetig für eine ausreichende Ausrüstung von Waffen, Soldaten und Munition.

Burg Schloss Castello von Vieste Gargano - Ferienhäser und Appartements im Gargano Der Bau der monströs wirkenden Burg, die sich über die Dächer von Vieste erstreckt, geht auf die zweite Hälfte des neunten Jahrhunderts zurück, unter dem normannischen Herzog Roberto Drengot.
Während der Kämpfe zwischen dem Papst und Kaiser Friedrich II (1240) wurde Vieste von den Venezianers zerstört. Noch unter Friedrich II. kam es zum Wiederaufbau der Burg, diesmal jedoch mit dickeren Wänden und widerstandsfähigeren Schutzwall. Auch die Stadt mitsamt verstärkter Stadtmauer und Kathedrale wurden wieder aufgebaut.
Im 15. und 16. Jahrhundert überstand Vieste den Angriff des Osmanen Ahmet Pasciá und des wütenden Freibeuters Draguth Rais.
Die Burg überstand zwar die Erdbeben im 13. Jahrhundert, wurde aber im Jahr 1646 erheblich von einem starken Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen.
Auch während des ersten Weltkrieges blieb die Burg nicht unbeschädigt. Heute hat in der Burg die Marine ihren Sitz.

Geschichte

Geschichtlich war Vieste schon immer eine wichtige Station für die Seefahrt als Knotenpunkt zwischen Italien und den gegenüber liegenden Balkanstaaten. Vieste galt als bedeutender Dreh- und Angelpunkt sowohl für die Verteidigungs- als auch für die Kriegsführung vom Gargano aus und so wundert es nicht, dass eine Burg mit erstklassiger Widerstandsfähigkeit hier zu finden ist.
Die tatsächliche Gründungszeit des Schlosses ist nicht genau bekannt. Historiker vermuten, dass zur Zeit des Römischen Reiches anstelle der Burg ein Wachturm stand, eventuell auch ein Leuchtturm. Eine Theorie sagt, dass um 800 eine kleinere Befestigungsanlage gebaut wurde, um sich vor den Übergriffen der Sarazenen zu schützen. Anstoß zum Bau der Festung könnte aber auch eine politische Entscheidung gewesen sein, gezielt militärische Besiedlung von strategisch wichtigen Orten zu fördern.
Diese These wird gestützt von dort aufgefundenen Relikten, die vor ungefähr 20 Jahren bei der Restaurierung der Burg entdeckt wurden. Hier wurden direkt an der Steilküste Gräber aus dem 6. - 9. Jahrhundert entdeckt. Dieser Ort diente wohl als Friedhof. Direkt daneben konnten die Restfundamente eines Turms dem normannischen Zeitalter zugeordnet werden.
Eine erste Bestätigung der Existenz der Burg wurde in den Schriften des Rats von Melfi 1059 gefunden. Da die Normannen bereits seit 1054 in Vieste waren, ist nicht auszuschließen, dass auch zu dieser Zeit bereits ein Ausbau der Burg stattfand, gerade unter der Herrschaft bzw. Grafschaft des Roberto Drengot.
Da die strategisch gute Position Viestes auch für sarazenische Banden attraktiv war, musste sich der Befehlshabende Viestes auch um eine solide und standfeste Verteidigung kümmern. Wahrscheinlich wurde genau zu dieser Zeit das heutige Erscheinungsbild der Burg beschlossen.
Im Jahre 1177 war wohl der Papst Alessandro III. für einen Monat in der Burg zu Gast, bevor er nach Venedig aufbrach, um Frieden mit Friedrich Barbarossa zu schließen.
In den Folgejahren wird die Burg schwer beschädigt. Zum einen durch schwere Erdbeben in den Jahren 1223 und 1227. Zum anderen durch einen Vergeltungsangriff der Venezianer im Jahr 1240. Friedrich II. hatte römisches Gebiet versucht zu besetzen. Als Racheakt zerstörten die Venezianer als Verbündete des Papstes die Burg Friedrichs. Der Kaiser suchte Vieste umgehend auf, um den Schaden zu begutachten und verbrachte dort einen Monat, so wird in den Dokumenten und Aufzeichnungen Friedrichs II. berichtet. Dass es zu einem raschen Wiederaufbau der Burg und Stadt kam ist wohl auch darin begründet, dass die Burg zur Staatsfestung erhoben wurde.
Auf der Burg von Vieste wurden politische Vereinbarungen und Bündnisse geschlossen. Schon zur Zeit Friedrich I. Barbarossa sendete der byzantinische Kaiser Manuele I Comneno (1118 - 1180) seinen Gouverneur nach Vieste mit einer Schiffsflotte und unlimitierter finanziellen Unterstützung. Ziel war die Unterstützung der Apulier gegen den damaligen König von Sizilien, um den Einfluss des byzantinischen Reiches wieder herzustellen.
1442 übernachtete der spanische König Alfonso V (später I. König von Neapel und Sizilien) in Vieste als er im Kampf um die Thronfolge in Neapel persönlich den Angriff auf die in der Adria segelnden feindlichen Boote anführte. Bei dieser Gelegenheit ließ er auch die Burg restaurieren und gab ihr vermutlich ein neues Erscheinungsbild. Denn der Gebrauch von Schießpulver und neuen Schusswaffen machten einen Umbau und Verstärkung der Verteidigungsfront notwendig. Die drei Bastione an den Ecken wurden von zylindrischer Form nun zu einer spitzwinkligen Form umgebaut, um besseren Schutz vor Kanonenkugeln zu gewährleisten.
Burg Schloss Castello Vieste Gargano - Ferienwohnung im Gargano 1480 wird Vieste vom osmanischen Großvisir Ahmet Paciá überfallen. Die Burg wird zwar beschädigt aber hält dem Angriff stand. Der Präsident des obersten Gerichtshof in Neapel Antonio Miroballo erbittet die Hilfe König Ferdinands I von Aragon (1458 -1494 König von Neapel), um die zahlreichen Schäden zu beseitigen und ließ dabei auch den Turm von S. Francesco in Vieste erbauen.
Zwischen 1543 und 1544 wurden weitere Baumaßnahmen zur Verstärkung der Burg unternommen, ebenso 1559, nach der Schreckensherrschaft des türkischen Freibeuters Draguth Rais. 1559 veranlasste D. Parasan de Ribeira, Vizekönig von Neapel, den Wiederaufbau der Burg mit Ausstattung von Artillerie, Munition und Unterkünfte für 40 Soldaten.
Im Mai 1646 brachte ein starkes Erdbeben die westliche Bastion zum Einsturz, wodurch auch die östliche Bastion beschädigt wurde und die Kaserne. Ein großer Teil der Steilküste versank im Meer. In der Burg wurden 84 Tote gezählt, an die eine Gedenktafel linksseitig des Eingangs der Burg noch erinnert. In Vieste selbst kam es zu hunderten von Opfern.
Während der Zeit des "Risorgimento", der Vereinigungskriege Italiens, flüchtete die Nationalgarde während der Schlacht im Juli 1861 in die Burg, der einzige Schutz vor den Angriffen und Übergriffen der sogenannten "Briganti", der neapolitanischen Rebellen.
Einen harten Schlag erlitt die Burg im Mai 1915 im Rahmen des ersten Weltkriegs durch den österreichischen Zerstörer "LIKA". Zwei Jahre später wurde beim Angriff von drei österreichischen Wasserflugzeugen drei Bomben abgeworfen, von denen jedoch nur eine ihr Ziel traf, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten.
Inzwischen ist es um Vieste herum ruhiger geworden. Die einst strategisch wichtige Stadt verlor an Einfluss. Heute ist die Burg von Vieste ein antiker Zeitzeuge und erinnert an die einst abenteuerlichen und einflussreichen Zeiten Viestes.

Grundriss und Aufbau

Die Burg besteht aus lokalem Tuff- und Kalkstein.
Der Grundriss dreieckig. Der größte und stabilste Wall ist der Steilküste zugewandt. Die Spitzen, die nach Osten und Westen zeigen, haben jeweils eine Bastion mit quadratischem Grundriss. Während die Spitze, die gegen Norden gerichtet ist, vielleicht aufgrund unebenen Bodens und um die Standfestigkeit zu erhöhen, eine Bastion mit rundem Grundriss aufweist.
Burg Schloss Castello Vieste Gargano - Ferienwohnung im Gargano Die ursprüngliche Form der Burg aus der Ära des Friedrich II. zu erkennen gestaltet sich als schwierig, da die häufigen Wiederaufbauten, Restaurierungen und Erdbeben die Grundzüge der Burg stark verändert haben.

Weitere Funktion der Burg damals und heute

Früher hatte die Burg auch eine soziale Funktion. Bevor die Fischer mit ihren Booten den Hafen verließen blickten sie hoch zur Burg und deren Fahnenstange. Im Falle eines aufkommenden Sturms wurde dort Warnzeichen befestigt, die auf Gefahren hinwiesen.
Heute ist die Burg Sitz der Marine und Beobachtungsstation der Aeronautik und öffnet seine Türen für Besucher nur zu besonderen Anlässen in den Sommermonaten.